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Geschichte der Mehndi-Kunst
Henna wird schon seit Jahrtausenden im Nahen Osten, in Nordafrika und
Südostasien zu Schmücken des Körpers verwendet. Es wird speziell bei religiösen
Ritualen und Zeremonien angewandt, auch an Feiertagen und zu Hochzeiten. Die
Traditionellen Muster, die wie feine spitzen Handschuhe oder -strümpfe erscheinen, werden
auf Hände und Füße aufgetragen. Die jeweiligen landestypischen Motive finden sich in
Teppichen, Schnitzereien, Textilien, Stoffen, Wandbehängen und der Architektur wieder.
Die Ursprünge der Nutzung der Hennapaste gehen bis in das alte
Ägypten zurück. An 5000 Jahre alten Mumien fand man gefärbte Fingernägel, Zehennägel
und Haare. Die vornehme Ägypterin färbte sich nicht nur Hände und Fußsohlen rot,
sondern sie besaß verschiedene Salben, die Substanzen des Hennastrauches enthielten.
Diese wurden zur Lippenpflege und zur Betonung des Augenlids Verwendet.
Man nimmt an, daß Henna entweder von den Mogul-Herrschern oder
schon viel früher nach Indien gebracht wurde. Jedenfalls entwickelte sich bereits vor
mehreren Jahrhunderten die Körperdekoration mit Henna zu einer hoch angesehenen Kunst.
Die in der Mehndibemalung verwendeten Ornamente wurden im laufe der Zeit immer
detaillierter und komplizierter. Feine Ziselierungen wurden mit floralen Ornamenten
kombiniert und mit Zeichnungen von Tieren oder deren Konterfeis der Brautleute oder
anderer Personen verwoben. Hier erkennt man oft eine Ähnlichkeit mit dem im Art Deco
gebräuchlichen Ornamenten, die von den indischen Motiven beeinflußt wurden.
Zunächst war die Mehndibemalung ein Privileg der sozial
Höhergestellten, später jedoch wurde diese Kunst im ganzen Land bekannt, und auch
einfache und arme Menschen fanden Gefallen daran, sich für Festtage auf diese Art zu
schmücken. Auf alten Abbildungen sieht man Hindu-Gottheiten, vor allem den Gott Krishna,
die ihre Hände und Füße mit Mehndi schmückten. Auch Künstlerinnen ( Genikas),
Schmuckhandwerkerinnen, Tempeltänzerinnen und Liebesdienerinnen ( Deva Dasis), die im
Dienste des Gottes Krishna standen und mit Ihm verheiratet waren, trugen diese Bemalungen.
Bei ihnen waren nicht nur Hände und Füße mit Mehndis verziert, sondern auch ihre Scham,
die in Form eines Dreiecks bemalt wurde, nachdem die Schamhaare entfernt worden waren.
Mehndi hatte immer etwas mit Erotik zu tun. Im Kamasutra, dem
berühmten altindischen Lehrbuch der Liebeskunst, werden Hennablätter als Aphrodisiakum
und zu kosmetischen Zwecken empfohlen. Auch im Koran findet die Hennapflanze Erwähnung,
und in der Bibel wird die Verwendung von Henna in Kombination mit Weihrauch als
Räucherwerk zu religiösen Festlichkeiten aufgeführt.
Im gesamten Orient wird die Hochzeitszeremonie immer von einer
Mehndibemalung begleitet. Mehndi wird jedoch auch zur reinen Verschönerung und als
Körperschmuck angewandt. Es bedarf nicht immer eines Anlasses, daß Frauen
zusammentreffen, um sich einen ganzen Tag lang nur sich selbst und ihrer Schönheit zu
widmen. Es gibt einige Regionen, in denen es auch den Männern erlaubt ist, sich mit
speziell ihnen vorbehaltenen Motiven zu schmücken.
Grundsätzlich ist es allen Frauen erlaubt, Mehndis zu tragen, außer Witwen.
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